1. Herzkatheter

Meine 1. Operation war am 10.01.2006. Ich war in der Uni-Klinik Gießen zur Herzkatheteruntersuchung. Der Professor und mein Oberarzt wollten sich ein genaues Bild über meinen Herzfehler machen. Der Oberarzt hatte ja schon mal versucht den PDA zu schließen, konnte sich aber nicht wirklich dazu durchringen. Im nachhinein hat sich da herausgestellt, das sein zögern richtig war. Mein PDA, der bei jedem anderen Kind eigentlich geschlossen werden sollte, war bei mir Lebenswichtig. Meine Blutsauerstoffsättigung ist zu ca. 60 % von meinem Ductus abhängig. Der Professor hatte bei meinen Katheter versucht meine verengte Lungenschlagaderklappe zu weiten. Er versuchte über den Vorhof mit dem Katheter an die Klappe zu kommen. Da es aber bei dieser OP-Variante sehr häufig zu Herzrhythmusstörungen kommen kann, und ich habe ihm das sehr deutlich gezeigt, hat er es über die andere Schlagader "von hinten" probiert. Dort war aber der Radius in der Arterie so eng, das der Herzkatheter nicht hindurch passte. Die Ärzte haben sich dann im Verlauf der OP dazu entschlossen, mir meinen Ductus wieder zu weiten und einen Stent darin anzubringen. Wie richtig das war zeigte sich sofort nach der OP. Ich bin mit 50 % zusätzlichen Sauerstoff und einer Sättigung von 75% nach Gießen verlegt worden. Zurückgekommen bin ich mit 92% Sättigung und ohne jegliche Atemunterstützung. Fürs erste ein Erfolg. Nachdem ich mich dann noch eine Woche von den OP-Anstrengungen erholt habe, geht jetzt alles wunderbar. Der Oberarzt ist super zufrieden mit mir und will mich jetzt bald nach Hause schicken. Die nächste OP steht dann bei ca. 6 kg an. Der Professor und mein Oberarzt entscheiden dann was als nächstes an meinem Herz "repariert" wird.

2. Herzkatheter

Meine 2. Operation war am 30.05.2006. Ich war wieder in der Uniklinik Giessen zu "Gast". Dieses mal sind wir schon einen Tag vorher angereist und der Professor hat Dienstags eine Stunde länger, nämlich 3 Stunden, als das letzte mal gebraucht. Das hat Mama und Papa ganz schön nervös gemacht. Sie haben bei diesem Herzkatether mehrere Sachen gleichzeitig gemacht. Als erstes haben Sie sich jetzt nochmal ein genaueres Bild von meiner Baustelle gemacht. Nachdem ja jetzt alles halbwegs "groß" ist an mir, konnten sie auch in die Lungenschlagadern reinschauen und waren daraufhin sehr zufrieden mit mir. Ich habe eine kleine Stenose (Verengung) an der linken Lungenschlagader, aber die wird bei der ersten großen OP mit behoben. Damit sind wir auch schon beim Thema! Sie haben eine "vermutlich optimale" Lösung für mich gefunden. Sie wird aus 2 größeren Operationen am offenen Herzen bestehen. Die erste, genannt "Glenn-Operation", wird so in 2 Monaten durchgeführt. Laut unserem Kinderarzt wird es mir dann erstmal bis ins Alter von ca. 3 Jahren ganz gut gehen. Mit ca. 3 Jahren kommt dann die 2. und wahrscheinlich letzte Operation, die "Fontan-Komplettierung". Beide Operationen haben den Vorteil, das nicht im Herz, sondern nur am Herz operiert werden muß, haben aber den Nachteil, sofern es ein wirklicher Nachteil ist, das ich danach nur noch eine richtige Herzkammer habe. Diese beiden Operationen werden normalerweise bei Kindern mit nur einer Herzkammer durchgeführt. Da ich beide Kammern habe, sind meine Vorrausetzungen auch "doppelt so gut". Diese beiden OP's sind die ausgemachten "Wunsch-OP's unseres Oberarztes und des Professors. Es gibt viele Kinder und Menschen, die mit dieser Operation schon lange leben und gut leben. Sie wird schon seit ca. 25 Jahren mehrmals im Monat durchgeführt. Wahrscheinlich werde ich danach ein ganz "normales" kleines Mädchen sein, das wie alle anderen herumtollen und Spaß haben kann. Wenn etwas genaueres feststeht werde ich euch natürlich informieren.

Glenn-Operation


Glenn-Anastomose

Alle angeborenen oder operativ angelegten zentralen Zuflüsse zu den Lungenschlagadern werden unterbrochen. Das ist in der Regel die Durchtrennung des Lungenschlagaderhauptstammes, der Verschluss eines noch bestehenden Ductus arteriosus und der Verschluss vorher angelegter aorto-pulmonaler Shunts (künstlicher Ductus). Die obere Hohlvene wird durchtrennt und mit der Pulmonalarterie (Lungenschlagader) verbunden. Der herznahe Anteil wird blind verschlossen. Die untere Hohlvene leitet ihr Blut unverändert in die Hauptkammer. Dadurch besteht weiterhin eine Zyanose (Blutvermischung im Herz), jedoch geringer als vor der Operation. (Quelle: Wikipedia)

 

TCPC-Operation

Fontan-Komplettierung = Totale cavo-pulmonale (Anastomose) Connection (TCPC)

Das Blut der unteren Hohlvene wird über eine Kunststoffprothese (Patch) durch (intrakardial) den rechten Vorhof (Atrium) ebenfalls zur Pulmonalarterie geleitet, also eine Verbindung von unten geschaffen, so dass nun auch das Blut aus der unteren Hohlvene direkt in das Lungengefäßsystem geleitet wird. In diesen Patch, der das durchfließende venöse Blut vom funktionslosen rechten Vorhof trennt (dieser wird durch die Entfernung der verbliebenen Reste der Vorkammerscheidewand (Atriumseptum) mit der linken Vorkammer verbunden), wird ein kleines Loch gestanzt (Fenestrierung), welches als Überlaufventil für die erste Zeit dient, falls die Lunge noch nicht das gesamte Blut aus dem Körperkreislauf aufnehmen kann. Dieses Loch schließt sich möglicherweise von selber oder wird im Rahmen einer Herzkathetersitzung verschlossen, wenn es für die Herz-Kreislauf-Funktion nicht mehr notwendig ist.

An Stelle der intrakardialen Prothese wird heute auch eine extrakardiale Operationsform angewendet, bei der die Umleitung des Blutes aus der unteren Hohlvene über eine auf den rechten Vorhof aufgenähte Halbschale geführt wird (extrakardialer Shunt). Der extrakardiale Shunt kann - im Gegensatz zur Glenn-Anastomose mit dem intrakardialen Shunt - ohne Hilfe der Herz-Lungen-Maschine ausgeführt werden, das Herz muss nicht eröffnet werden.

(Quelle: Wikipedia)