Angefangen hat alles damit, das sich unsere Maus nicht richtig wohl gefühlt hat im Bauch seiner Mutter. Frühgeborene sind in Deutschland aber inzwischen nichts unbekanntes mehr. Soweit der Teil, der an sich schon für genug Herzklopfen bei uns allen gesorgt hätte,. Lilly aber wollte etwas ganz besonderes sein!

Es gibt 3 Probleme mit denen wir zu kämpfen haben.

1. Lilly ist ein Frühgeborenes
2. Ihre Organe liegen alle Spiegelverkehrt in ihrem kleinen Körper
3. Sie hat einen schweren Herzfehler

Die Kombination dieser 3 Probleme machen sie zu etwas ganz besonders komplizierten!

Das Problem "Frühgeburtlichkeit"


Je früher ein Kind zur Welt kommt, desto weniger ist es auf das Leben außerhalb des Mutterleibes vorbereitet. Obwohl die Frühgeburten nur einen kleinen Teil aller Geburten ausmachen (5-8%), sind sie doch für etwa drei Viertel der Säuglingssterblichkeit verantwortlich. Das Risiko ist umso höher, je geringer das Geburtsgewicht bzw. je früher in der Schwangerschaft das Kind geboren ist.

Groß ist bei Frühchen die Gefahr einer Hirnblutung, da infolge zu hohen Beatmungsdrucks kleine Blutgefäße im Hirn zerreißen können. Bei sehr starken Blutungen kann dies zu späteren Behinderungen führen. Weitere Risken sind u.a. Lungenfunktionsstörungen bei unreifer Lunge, Atemstillstand, weil der Atemreflex noch unreif ist, ausgeprägte Neugeborenengelbsucht, weil die Leberfunktion noch nicht reif ist, erhöhtes Infektionsrisiko, weil die Körperabwehr noch nicht voll ausgebildet ist, Trinkstörungen und Temperaturregulationsstörungen.

Frühchen haben ein höheres Risiko später an Bewegungsstörungen zu leiden als termingerecht geborene Kinder. Auch Probleme bei der Informationsverarbeitung im Gehirn, die den Frühchen später Schwierigkeiten beim Lernen bereiten können, sind möglich. Eine Langzeitstudie des AKH, Abteilung für Neonatologie, und der Landessanitätsdirektion Wien zeigt jedoch auf, dass in Wien immerhin 70 Prozent der Winzlinge mit einem Geburtsgewicht von 1500 Gramm oder weniger nach zwei Jahren eine dem Alter entsprechende, unauffällige Entwicklung aufweisen. (Quelle: Fratz.at)



Ihre Spiegelverkehrten Organe


... werden auch Situs inversus oder Heterotaxie genannt und sind der medizinische Ausdruck einer seltenen, aber an sich nicht krankhaften Besonderheit der Anatomie des Menschen, bei der sich alle Organe spiegelverkehrt auf der anderen Seite des Körpers befinden. So ist z.B. die Leber auf der linken und die Milz auf der rechten Seite. (Quelle: Wikipedia)



Ihre Herzfehler


Herzfehler an sich, kommen in Deutschland bei Kindern sehr häufig vor. Ungefähr jedes 100. Kind ist davon betroffen (Quelle: Bundesverband Herzkranker Kinder e.V.).

Lilly hat 5 verschiedene Herzfehler:

  • Der Herzfehler ASD (Atriumseptumdefekt) ist ein Loch in der Herzscheidewand zwischen den Herzvorhöfen. Er ist mit ca. 7,5 % aller angeborenen Herzfehler die prozentual dritthäufigste angeborene Herzfehlbildung. Ein ASD tritt auch, außer den hier beschriebenen singulären Formen, im Zusammenhang mit anderen Herzfehlern auf und ist dann in seiner Auswirkung anders zu bewerten. (Quelle: Wikipedia)

  • Der Herzfehler VSD (Ventrikelseptumdefekt) ist ein Loch in der Herzscheidewand, der mit ca. 30 % aller angeborenen Herzfehler die häufigste Fehlbildung ist. In der embryonalen Phase der Herzentwicklung wachsen die oberen und unteren Anteile der Scheidewand zwischen den Herzkammern (Ventrikel) aufeinander zu. Ist dieses Wachstum bei der Geburt nicht ganz abgeschlossen oder vorher gestört, findet sich ein mehr oder weniger großer Defekt im muskulären oder membranösen Anteil des Ventrikelseptums. Bei komplexen Herzfehlbildungen besteht in ca. 50 % der Fälle auch ein VSD, der dann aber anders zu bewerten ist als der hier beschriebene isoliert vorliegende VSD. (Quelle: Wikipedia) Es gibt verschiedene VSD-Varianten. Bei Lilly handelt es sich um ein VSD genau zwischen den beiden Hauptschlagadern und ist somit eine der eher ungünstigeren Varianten.

  • Den Herzfehler AVD (Atrium-Ventrikel-Diskordanz). Es handelt sich dabei um eine Verdrehung des Herzens. Das heißt, der linke Vorhof ist über der rechten Herzkammer und der rechte Vorhof ist über der linken Herzkammer. Nun muß man wissen, das jede Herzseite für einen bestimmten Zweck gedacht ist.
    • Die rechte Herzhälfte, die das Blut durch den Kreislauf der Lunge pumpt (kleiner Kreislauf).
    • Die linke Herzhälfte, die das Blut durch den restlichen Körper befördert (großer Kreislauf).

Da der Gesamtgefäßwiderstand des Körperkreislaufs rund fünf mal größer ist als der des Lungenkreislaufs, muss die linke Herzkammer (s. u.) eine entsprechend größere Druckarbeit verrichten und weist daher eine deutlich stärkere Wanddicke auf als die Rechte. Das Füllungs- und Schlagvolumen beider Herzkammern ist jedoch gleich und genau darin liegt das entscheidende Problem.Die Hauptschlagadern (Aorta und Pulmonalarterie) sind nämlich auch noch mal vertauscht. Das heißt, sie sitzen so wie es bei einem ganz normalen Herz der Fall wäre. Da aber durch die AVD die Herzkammern "falsch herum" sind, muß die linke Herkammer die Lunge befüllen und die rechte den Körperkreislauf bewältigen.

  • Die Pulmonalstenose. Sie ist eine Verengung der Pulmonalklappe, der Herzklappe, durch die das Blut von der rechten Herzkammer in Richtung Lunge fließt.

  • Der PDA (Persistierender Ductus arteriosus)
    Der Ductus Arteriosus (Botalli) ist eine Verbindung zwischen der Pulmonalarterie und der Aorta.
    Beim ungeborenen Kind ist er offen und dient zum Umgehen der Lunge, die noch nicht entfaltet und damit ohne Funktion ist (die Sauerstoffanreicherung des Blutes erfolgt in der Plazenta im Uterus). Bei der Geburt kommt es zu einem Verschluß des Ductus. Dieser kann aufgrund verschiedener Ursachen ausbleiben (fehlende Lungenreifung, kadiopulmonale Fehlbildung). Bei Lilly wurde er mittels Medikamenten bereits verengt

So sieht Lilly's Herz aus:

Lilly's HerzHerz ohne Fehler